Propheten


bildLukas, Markus und noch ein Schüler beschäftigten sich mit dem Stichwort Propheten.


Vorneweg...

Das Wort „Prophet“ stammt aus dem Griechischen und kann mit „Sprecher/in“ übersetzt werden.
Ein Prophet ist eine Person, die im Sinne ihres Glaubens eine Botschaft oder Prophezeiung von Gott empfängt und den Auftrag erhält, diese den anderen Menschen zu überbringen. Sie fühlen sich dazu berufen, diese Offenbarung zu verkünden.


Wortbedeutung

bildDas hebräische Wort für Prophet lautet "nabi" und wird vom Verb rufen ("nabu") abgeleitet. Dies kann man aktiv oder passiv sehen, also kann ein Prophet entweder ein Gerufener oder ein Rufer sein. Er ist von Gott berufen worden und in Gottes Auftrag ruft er seinen Mitmenschen die Botschaft zu. Im Kern ist diese immer eine Deutung der Gegenwart. Propheten äußern sich bei Bedarf auch warnend.


Prophetie als Berufungbild

In ihrer Tätigkeit werden Propheten nicht ausgebildet. Von ihrer Religionsgemeinschaft werden sie auch nicht eingesetzt. Nicht einmal aus sich selbst heraus entscheiden sie sich. Sie werden mitten im Alltag von Gott berufen und das nicht selten gegen ihren Willen. Dem Auftrag Gottes, Mund zu sein, können Propheten nicht entkommen, sie müssen die Botschaft aussprechen.


bildBekannte Propheten des Alten Testaments sind Debora, Amos, Jesaja, Jeremia, Ezechiel oder Deuterojesaja. Immer wieder werden Menschen von schweren Schicksalsschlägen getroffen. Kriege, Vertreibung, Verfolgung und Ausbeutung gab es zu allen Epochen der Menschheitsgeschichte. Auch dem Volk Israel erging es nicht anders. In dieser Situation half allein der Glaube an JHWH, die Missstände zu ertragen. Die genannten Propheten wurden von Gott berufen, um dem Volk Mut zu vermitteln und ihnen eine andere Zukunft aufzuzeigen. Sie lebten ganz aus ihrerbild Verbindung und Beziehung zu Gott, dessen Willen sie gleich einem Sprachrohr Israel verkündeten.


Und heute?

Der letzte Prophet war Martin Luther King, welcher in den 1950er und 1960er Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika für seinen Traum kämpfte, welchen man mit der Rede I have a dream verbindet. Dieser bestand darin, die gleichen Rechte für Schwarze zu erreichen, wie sie für Weiße galten.

In heutiger Zeit wird vom Passauer Religionspädagogen Hans Mendl auch das Phänomen der local heroes diskutiert. Diese unscheinbaren Helden des Alltags, diese Heilige im Kleinen setzen sich für das Wohlergehen kranker und benachteiligter Menschen ein und handeln ebenfalls im Sinne eines Propheten.


bildErfolgreich?

Menschen erhärten häufig in Missständen. Propheten machen auf diese aufmerksam und versuchen, durch die Botschaft Gottes auf eine bessere Zukunft hinzuweisen. Diese Anliegen werden auch in der heutigen Zeit noch umgesetzt. Doch oft geht bzw. ging ihre Botschaft einfach ins Leere...